Vergangene Veranstaltung: 2016


Das Thema der Veranstaltung:
STRUKTURWANDEL IN DER ARBEITS- UND LEBENSWELT:
DIE IT ALS TREIBER UND MÖGLICHMACHER.
Die Zukunft der Arbeit wird maßgeblich durch Digitalisierung geprägt sein. Der heute schon sichtbare Wandel ist Vorbote eines fundamentalen Strukturwandels der Art und Weise wie wir in Zukunft arbeiten und leben werden. Die Veränderungen umfassen dabei sowohl Aspekte des atmenden Unternehmens mit einer agilen, projektbasierten Wertschöpfung als auch den Einsatz von technologischen Innovationen, etwa in den Bereichen Virtual Reality, Collaboration oder Wissensmanagement – um nur einige wenige zu nennen.

Eins steht fest: Die Rolle der IT ist bei dieser Transformation erfolgsentscheidend. Denn die IT muss als Treiber und Möglichmacher dafür sorgen, dass passende Lösungen sowohl abteilungsintern als auch für externe und interne Kunden zur Verfügung stehen. Die IT steht damit ganz im Fokus dieser Veränderungswelle von ›Arbeit und Leben‹, denn sie ist zugleich selbst davon betroffen und ebenso verantwortlich dafür, dass die neuen Tools und Möglichkeiten auf Anwenderseite fruchtbar und nutzbar sind. Die IT wird diese Veränderungen maßgeblich mitgestalten – Unternehmen müssen sich schon heute darauf vorbereiten, das dafür benötigte Know-how im Unternehmen über verschiedene Formen der Zusammenarbeit verfügbar zu machen.

Veranstaltung verpasst? Die Impulsvorträge
und die Podiumsdiskussion jetzt im Video:
Teil 1: Begrüßung & Impulsvorträge von Sven Gábor Jánszky und Christian Lindner
Teil 2: Podiumsdiskussion
SPEAKER
SVEN GÁBOR JÁNSZKY
ZUKUNFTSFORSCHER

Sven Gábor Jánszky ist Deutschlands innovativster Zukunftsforscher und Direktor des 2b AHEAD ThinkTanks. Mit zahlreichen Trendanalysen zu den Lebens-, Arbeits- und Konsumwelten der Zukunft und seinen vielbeachteten Publikationen hat er sich zum Sprachrohr der Querdenker und Innovativen in der deutschen Wirtschaft entwickelt. Jánszky prognostiziert, ›die Vernetzung der traditionellen Arbeitswelt mit der Digitalisierung lässt den Strukturwandel in den Branchen sichtbar werden: Disruption bringt alte Geschäftsmodelle unter Druck, wirbelt Branchen durcheinander und setzt neue Regeln.‹

Dass die menschliche Arbeitskraft ›wegdigitalisiert‹ wird, daran glaubt der Zukunftsforscher nicht. Jánszky ist überzeugt: der Arbeitsmarkt der Zukunft ist ein Markt der Vollbeschäftigung. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass es in einer projektbasierten Arbeitswelt ein fruchtbares Wechselspiel zwischen Festangestellten und freien Wissensträgern geben wird. Eine Vollbeschäftigung im klassischen Modell der Festanstellung wird es nicht geben können, weiß der Trendforscher.

CHRISTIAN LINDNER
POLITIKER

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, fordert: „Deutschland braucht ein Update!“ Denn es sei keine Frage mehr, ob die Digitalisierung kommen wird, sondern wie die Bundesrepublik Deutschland damit umgehe. Die Wirtschaftspresse attestiert Lindner, dass er aktuell der einzige Politiker ist, der das Thema Digitalisierung in all seinen Facetten, Auswirkungen und Erforder nissen durchdrungen hat. Durch die Vernetzung der Wirtschaft ist ein globales Geschäftsumfeld ent standen, das kontinuierliche Veränderungen in den Unternehmen erfordert. Politik und Wirtschaft müssen im Dialog zu tragfähigen Lösungen kommen – den richtigen Rahmen für ein international wettbewerbsfähiges digitales „Leistungszentrum Deutschland“ zu setzen ist dann Aufgabe der Politik. Christian Lindner sieht in der Digitalisierung der Arbeitswelt besonders auch einen Gewinn an Freiheit: „Die an der alten Arbeitswelt mit ihrem Stechuhr-Denken ausgerichteten Gesetze sollte man flexibili sieren, zu starre Arbeitsgesetze blockieren den Fortschritt.“

Prof. Dr. Tuengerthal
Rechtsanwalt

Prof. Dr. Hansjürgen Tuengerthal ist Rechtsanwalt und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Werkverträge und Zeitarbeit (AWZ), die im Jahre 2006 von ihm gegründet wurde. Der AWZ bietet eine Plattform für Universitätsprofessoren, Praktiker und Entscheider aus der Wirtschaft sowie ausgewiesene Experten aus dem Steuer-, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht. Zudem berät er seit Jahrzehnten Unternehmen zu allen Fragen des Fremdpersonaleinsatzes. Prof. Dr. Tuengerthal publiziert regelmäßig in Fachzeitschriften zum Thema Fremdpersonaleinsatz und wendet sich neben arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Problemen auch den Gebieten des Strafrechts sowie den Spezialitäten des Arbeitnehmerüberlassungsrechts zu. Prof. Dr. Tuengerthal spricht sich aus Überzeugung für den Einsatz flexibler Arbeitsformen aus, sei es durch Werkverträge, Dienstleistungsverträge oder Arbeitnehmerüberlassung und widerspricht dem aus seiner Sicht „überflüssigen Regulierungseifer des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch die jüngst vorgelegten Referentenentwürfe“.

Nikolaus Reuter
Unternehmer

Nikolaus Reuter ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Etengo (Deutschland) AG. Die tägliche Praxis und langjährige Erfahrung des spezialisierten Personaldienstleisters erlaubt interessante Einblicke auf die Bedarfe und den Wandel der Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Reuter weiß, „nie zuvor spielte die IT für die strategische Ausrichtung und den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen eine wichtigere Rolle als heute. Eine agile und moderne IT-Organisation ist der wesentliche Erfolgsfaktor, um als Unternehmen mit dem Wandel Schritt zu halten und dem internationalen und nationalen Wettbewerb voraus zu sein.“ Denn Märkte und Marksituationen verändern sich heute schneller denn je, Unternehmensgrenzen werden verflüssigt, eine projektbasierte Organisation innerhalb und zwischen Unternehmen wird zur neuen Normalität – nicht zuletzt ist dies alles der rasanten Entwicklung, Ausdifferenzierung und Diffusion der Informationstechnologie in nahezu allen Lebens- und Arbeitsbereichen geschuldet. Ein Wandel der Erwerbs- und Lebensmodelle ist daher nur logische Konsequenz und notwendige Bedingung, um die IT als neuronales Nervensystem der Wirtschaft zukunftsfähig zu halten.

Moderation
Sven Astheimer
Journalist

Als Wirtschaftsredakteur der FAZ mit den Schwerpunktthemen Arbeitsmarkt, Migration und Demographie, berichtet Sven Astheimer täglich über aktuelles Zeitgeschehen. Er ist tief in der Wirtschaftspolitik verhaftet und nicht zuletzt aus diesem Grund die ideale Besetzung des versierten, kritischen Moderators dieser hochkarätigen Veranstaltung. Unlängst erinnerte er Arbeitsministerin Andrea Nahles daran: „Die Arbeitsagentur ist keine Spardose“, besonders nicht in Zeiten, in welchen die Arbeitslosigkeit historisch niedrig sei und der deutsche Arbeitsmarkt in der Europäischen Union seinesgleichen sucht. Vielmehr möchte Astheimer wissen, wo angesichts der gewaltigen Herausforderung, welche gerade die Digitalisierung in den kommenden Jahren mit sich bringen wird, die Agenda für den Arbeitsmarkt der Zukunft bleibe. Er fordert ein mutiges Bekenntnis, welches Chancen betone, statt Risiken in den Mittelpunkt zu stellen.

ORT & ZEIT
30.06.2016, 16:30 Uhr
Gesellschaftshaus der BASF
Anilinstraße 12 in Ludwigshafen